„Sail away“ – Warnemünde bis Tallinn

Den Blick jeden Tag aufs Meer und ein Highlight nach dem Anderen, mit den Besuchen von wunderbaren europäischen Städten, traumhaften Hafenaus- und Einfahrten mit Sonnenauf- und Sonnenuntergängen erleben …

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… bei 30 Grad im September freute ich mich ganz besonders auf eine Woche Kreuzfahrt mit der AIDAmar auf der Ostsee mit meiner Schwester. Gleich bei der Ankunft überwältigte uns der Blick vom eigenen Balkon vom Schiff auf den Hafen der Stadt Warnemünde. Unsere Koffer standen bereits in der Kabine und nach einem kurzen Check unserer Kabine gingen wir zum Wellnessbereich. Zwischen Whirlpool und Sauna entspannten wir gleich am ersten Tag und freuten uns auf unsere erste Kreuzfahrt

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Um das Auslaufen nicht zu versäumen und nach unserer Sicherheitsübung, waren wir rechtzeitig auf unserem Balkon unserer Kabine. Mit dem Lied “Sail away” über den Bordlautsprechern konnten wir das Auslaufen aus dem Hafen gemeinsam mit unserem mitgebrachten Prosecco genießen. Wunderschön fand ich auch, dass die Ausflugsboote uns bei der Ausfahrt begleiteten

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Die Wellen leuchteten richtig golden von der Abendsonne und ich konnte mich nicht trennen von diesem atemberaubenden Schauspiel. Jede Welle war ein Traum. Wie berauscht von dieser Schönheit fotografierte ich jede Welle und danach das Abendrot der Wolken

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Das Wetter spielte im September super mit, sodass wir jeden Tag eine andere Lichtstimmung am Meer erlebten

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Nach einem Seetag auf der Ostsee war unser erster Stopp die estnische mittelalterliche Hauptstadt Tallinn, die ihren Namen seit der Eroberung durch den dänischen König Waldemar 1219 trug. Pünktlich um sieben Uhr mit einigen Frühaufstehern, beobachtete ich die erste Hafeneinfahrt und meinen ersten Sonnenaufgang, danach frühstückten wir in aller Ruhe, da wir keinen Ausflug gebucht hatten. Wir wollten alleine die Stadt erkunden und gemütlich die Altstadt besichtigen

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Völlig überrascht waren wir von der Schönheit dieser Stadt mit der massiven Stadtmauer und den Wachtürmen, den zahlreichen Kirchen und den alten Gassen mit liebevoll restaurierten Häusern. Die 800 Jahre alte Hansestadt mit dem historischen Stadtkern zählt zudem seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe

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Nach ein paar Schritten vom Hafen spazierten wir durch das alte Stadttor und weiter entlang der historischen alten Stadtmauer mit ihren vielen Türmen

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Die ältesten Abschnitte der Tallinner Stadtmauer stammten aus dem 13. Jahrhundert und waren eine der größten und stärksten Schutzsysteme in Nordeuropa. Von diesem mächtigen Schutzsystem war bis heute ein bisschen mehr als die Hälfte der oberirdischen Stadmauer erhalten geblieben – eine 1,85 km lange Frontseite der Mauer, 26 Schutztürme, 2 Zwischentore und Teile des Vortors

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Menschenleer durchstreiften wir die schönen Gassen und entdeckten viele schöne Ecken

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Nach einigen Metern sahen wir den Treppenaufgang zum Domberg und von oben hatten wir unseren ersten Ausblick auf die Stadt

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Der Tallinner Dom, eines der Wahrzeichen der estnischen Hauptstadt, war ursprünglich eine römisch-katholische Kathedrale, aber mit dem Abschluss der Reformation in Estland 1561 wurde sie zur lutherischen Domkirche

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Die bekannte Alexander- Nevsky- Kathedrale mit ihren Zwiebeltürmen wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut. Dieses spektakuläre Gebäude auf dem Domberg ist Estlands Hauptkathedrale des russisch-orthodoxen Glaubens

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Daneben befand sich das estnische Parlament im Schloss Toompea. Das Schloss mit seiner spätbarocken Fassade wurde 1767–1773 erbaut. Die Geschichte von Toompea war die Geschichte der Herrscher Estlands und deren Macht. Jeder Herrscher hatte diesen Ort nach seinen Bedürfnissen und nach seinem Wunsch bebaut und abgesichert. Auf dem 45,6 Meter hohen Turm des Langen Hermann wehte die estnische blau-schwarz-weiße Flagge – das Symbol des unabhängigen Staates Estland

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Im Lindamäe Park stand ein kleines Denkmal, das nach der Legende Linda, die Frau von Kalev, dem Gründer Tallinns darstellte, die den Tod ihres Mannes betrauerte. Eine einfache, aber schöne Statue, die in den Zeiten von Stalins Verfolgung der Menschen als inoffizielle Gedenkstätte bekannt war – die trauernde Mutter und eine der berühmtesten Skulpturen des estnischen Bildhauers August Weizenberg.
Für die Einwohner der Stadt war diese Linda Skulptur ein inoffizielles Denkmal für die nach Sibirien verbannten Familienangehörigen, da die Inschrift unter der Statue lautet: „Sich an die zu erinnern, die weggebracht wurden, ihre Unterdrückung schreit in den Himmel“.

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Den Garten des dänischen Königs, einen kleinen Hof am Hang des Dombergs, zwischen Stadtmauer und der Unterstadt, der von mittelalterlichen Stadtmauern und den Statuen dreier Mönche umgeben war, mussten wir durchlaufen um wieder die Treppen hinab zur Unterstadt zu kommen. Eine bekannte Legende in Estland  und Dänemark behauptete, dass die dänische Flagge, die Dannebrog, hier geboren wurde. Der Legende nach waren Waldemars Truppen (König Waldemar II. von Dänemark) am Verlieren, als sich der Himmel plötzlich öffnete und eine rote Flagge mit weißem Kreuz herunterschwebte. Die Dänen nahmen dies als himmlisches Zeichen und wurden zum Sieg angespornt

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Der Rathausplatz lag im Zentrum der Stadt, umgeben von wunderschönen bunten Häusern mit hohen Giebeln. Auf den Platz mündeten acht Straßen. Wir liefen über den Platz und sahen im Pflaster verschiedene Markierungen. An der Stelle des “L” wurde ein Priester enthauptet, nachdem er eine Dienstmagd mit einer Axt getötet hatte. Diese Enthauptung war zum Glück die einzige, die je innerhalb der Stadtmauern stattgefunden hatte. Um die Sonne an diesem Platz noch ein bisschen zu genießen und dem Treiben der Touristen zuzuschauen, machten wir an einer der vielen Außenplätze von Restaurants eine Trinkpause

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Unser Altstadt-Bummel hatte uns danach zur ältesten Apotheke geführt. Diese 1422 eröffnete kleine Apotheke an der Ecke des Rathausplatzes, die älteste noch betriebene Apotheke in Europa, war einst so berühmt, dass sogar der russische Zar seine Medikamente hier bestellte. Neben den modernen Produkten, die in den historischen Räumen angeboten wurden, fand ich im Nebenraum eine interessante Ausstellung von medizinischen Utensilien aus dem 17. bis 20. Jh.

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Die Olde Hansa haben wir uns nur von außen angeschaut. Das mittelalterliche Restaurant Olde Hansa, in welchem die Gäste leckere Speisen und Kräutergetränke, zubereitet von den Meisterköchen wie zu Zeiten der Hanse, die Musik aus diesem Zeitalter und eine freundliche Bedienung genießen können

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Viele schöne Läden entdeckten wir in der Viru Straße, aber zum shoppen wollten wir nicht bleiben

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Die kreativen Stände, an denen lokale Verkäuferinnen traditionelle, handgefertigte estnische Produkte und Kleidungsstücke aus Wolle an Touristen anboten, interessierten uns mehr. Außer Wollprodukte, waren die weiteren traditionellen Souvenirs Kleidungsstücke aus Leinen, Handarbeiten aus Wacholderholz und alte Gegenstände aus der Zeit der Sowjetunion

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Die St. Katharinenpassage war die besonderste Gasse von Tallinn. Kein anderer Ort in Tallinn vereinte die mittelalterliche Atmosphäre derart mit Kreativität. Es handelte sich hier um eine Ansammlung an Handwerkstätten, wo Künstler traditionelle Methoden anwendeten, um Glaswaren, Hüte, Steppdecken, Keramik, Schmuck, handbemalte Seide und vieles mehr herstellten und verkauften. Die Werkstätten waren in kleinen Räumen aus dem 15. bis 17. Jh. auf der Südseite der Gasse untergebracht und so konnten wir den Künstlern bei der Arbeit zuschauen

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Auf dem Weg zum Hafen entdeckte ich endlich den besten Eisladen das Gelato Ladies und nach diesem wunderschönen Stadtspaziergang schmeckte das Eis gleich doppelt so gut

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Die Hafenausfahrt am Abend gefiel uns sehr gut und wir freuten uns schon auf die nächste Stadt St. Petersburg, aber davon erfahrt ihr erst mehr im nächsten Beitrag – seid gespannt, „Sail away“

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37 Gedanken zu “„Sail away“ – Warnemünde bis Tallinn

      1. Es muss eben jeder seine eigen Art zu reisen finden, und ich kann mir den Reiz einer Kreuzfahrt durchaus vorstellen. Mir waere nur das Schiff zu gross. Hier habe ich eine Gesellschaft gefunden, deren Kreuzfajrten ich durchaus mitmachen wuerde: auf kleinen Schiffen [ca. 100 bis 150 Gaeste], und mit interessanter, teils sogar wissenschaftlicher Begleitung.

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  1. danke für diesen schönen Stadtrundgang ! Ganz ehrlich , Tallinn wäre jetzt nicht so meins aber ich freue mich auf St. Petersburg. Das würde ich auch mal sehr gerne besuchen und sicherlich hast du hier viele Fotos zu bieten da bin ich mir sehr sicher ! Auch wenn die Stadt jetzt nicht so mein Geschmack ist, hast du das wie immer sehr gut gemacht und beschrieben. LG Manni

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    1. Danke Manni, für uns war Tallinn ein sehr guter Start und wie du dir denken kannst, habe ich sehr viele Fotos von jeder Stadt gemacht. Auf St. Petersburg war ich auch sehr gespannt, da hatte ich schon mehr gelesen. Der Beitrag kommt auch bald
      LG Andrea

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      1. da freue ich mich drauf und ja Tallinn gehörte einfach zum Reiseprogramm und ist auch völlig in Ordnung ! generell finde ich deine Reiseziele schon sehr interessant und gut ausgewählt, ich denke da einfach mal auch an den große Amerika Reise !!!! LG Manni

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      2. dann geht es wenigstens nicht nur mir so ! Man hat halt nur 30 Tage Urlaub im Jahr ( ich zumindestens) und da muss man schon haushalten ! Auch das Budget lässt nicht alles zu was man gerne machen würde. Ich will aber auch nicht jammern ich kenne Leute denen geht es noch schlechter als mir und die sind froh überhaupt mal wenigstens aus Deutschland rauszukommen. Heute mit der Fliegerei ist schon vieles einfacher und erschwinglicher geworden. Vor 20 Jahren wären bestimmte Reiseziele einfach nicht möglich gewesen . Ich fliege zwar nicht ungern oder habe Flugangst sondern ich habe eher Platz und Enge Probleme und scheue mich 10 Std. in so einen Flieger einzusteigen. Eine Vorstellung die mir eher Unwohlsein verursacht. LG Manni

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      3. Die eine Luftfahrtgesellschaft nennt es „Comfort Seat“ die andere „Premium Economy“. Was es dafuer sonst noch an Bezeichnungen gibt, das weiss ich nicht. Das Mehr an Fussraum lohnt sich aber. Und wenn man dann noch einen Sitz am Gang bucht, kann man die Beine schon ganz gut ausstrecken.
        Was bei Lufthansa „Premium Economy“ aber ganz bloed ist, und auf was man nur stoesst, wenn man das „Kleingedruckte“ sehr aufmerksam liest: sie bewerben „Premium Economy“ damit, dass man zwei Gepaeckstuecke a je 23 Kg (frei) einchecken darf. Aber wenn man dann, wie ich (fast) immer, einen inneramerikanischen Flug mit einer ihrer Partnerairlines hat, dann gelten auf einmal deren Gepaeckbestimmungen, und da die keine „Premium Economy“ kennen, geht dann kostenfrei auf einmal nur noch ein Gepaeckstueck, und fuer das andere muss man blechen! In der Regel $100!

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      4. super und vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Denke schon auch dass jede Airline hier eigene Formulieren hat. Beinfreiheit ja das ist das große Übel heute besonders wenn man eine Körpergröße über 180 cm hat. Manchmal ist das schon eine Zumutung !!! Früher saß ich immer gerne am Fenster aber heute lieber Gangseite . Hier kann man wenigstens mal aufstehen oder den Fuss einfach rausstrecken. Mir reichen da immer 3-4 Std. Flugzeit !!!! LG Manni

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      5. Ich muss es dann ja leider bei meine Fluegen ueber den grossen Teich schon um die 10 Stunden aushalten. Da war es dann wirklich ein Genuss, dass ich auf meiner letzten Reise nach Deutschland und zurueck [https://wp.me/p4uPk8-1CK] fue wenig Aufpreis den Luxus der Business Class geniessen konnte.

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    1. Hallo Andrea, vielen lieben dank, wir hatten eine geniale Woche mit vielen positiven Eindrücken und eine Hurtigruten Fahrt möchten wir als nächstes machen, wahrscheinlich nächstes Jahr. Ich kann die Ostseereise auf jeden Fall empfehlen
      LG Andrea

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  2. Ich hab ja den Verdacht, dass überall, wo du auftauchst, auch die Sonne mit dabei ist! Schon wieder hast du so astreine Fotos unter blauem Himmel mitgebracht.
    Das mir bis jetzt voll unbekannte Talinn ist aber auch ein reizendes Städtchen! Danke für den Rundweg mit dir! Ganz herzlich, Petra

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  3. Wie schöne Bilder du mitgebracht hast. Ich mag ja keine Kreuzfahrten, aber deine Meeresbilder sind so schön, die gelbe Gischt haut mich um! Ganz, ganz wunderbar. Und die Apotheke würde ich ja auch gern mal sehen, ich glaube, ich reise zu wenig 🙂 nee im Ernst, ich muss da auch mal hin

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    1. Danke Andrea, die Apotheke wäre ganz dein Ding und bestimmt hättest du von der Apothekerin noch tolle Geschichten erfahren, das traue ich mich nicht zu fragen und zu wenig reisen tust du auch nicht. Ich finde du machst da mehr😃
      LG Andrea

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  4. Eine Kreuzfahrt habe ich bisher noch nicht gemacht, aber hoffe es zumindest einmal mal erleben zu können. Ich dachte eher an eine Karibik-Tour, aber eure Route hat auch einen ganz besonderen Reiz!

    Vielen Dank für diese wundervolle virtuelle Reise! Deine Fotos sind wie immer großartig!

    Liebe Grüße!

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